
| Rosenfeld-Heiligenzimmern, 17.03.2004 | |||
Spreuofen kein Strohfeuer
|
|||
Politiker informieren
sich über erneuerbare Energien |
|||
![]() |
|||
| Hilfe erhoffen sich die Mühlen- und
Projektbetreiber jetzt von zwei maßgeblichen Bundestagsabgeordneten, die
sich am Montagnachmittag über das neue innovative Energieprojekt vor Ort
informierten. Hans-Josef Fell ist als Vertreter der Grünen im Bundestag Sprecher für Forschung und Technologie, sein Parteikollege Winfried Hermann Umweltpolitischer Sprecher. Für beide war das Klostermühlenprojekt "Wärmegewinnung aus Halmgut-Reststoffen" bis vergangenen Montag in der Praxis weitgehend Neuland. Umso interessierter zeigten sie sich bei der Projektvorstellung durch den Berater für erneuerbare Energieprojekte, Martin Lohrmann. Von dessen beiden Brüdern, Gottfried und Wilhelm Lohrmann, wird seit rund zehn Jahren das Ziel verfolgt, mit Abfällen aus der Mühle ein Nahwärmenetz für Heiligenzimmern zu betreiben. Mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt wurde für den Eigenbedarf bereits ein kleineres Nahwärmenetz mit Biomasse-Heizzentrale im Betriebsbereich aufgebaut. Als Brennstoff wird darin Getreideausputz (Spreu, Unkrautsamen, unbrauchbares Getreide) eingesetzt , wie er mit einer jährlichen Gesamtmenge von 500 Tonnen als Abfallprodukt aus dem Mühlenbetrieb anfällt. Die Leistung von 2,5 Kilogramm dieses Brenngutes entspricht der von einem Liter Heizöl. Aus dem Versuchsstadium ist das in Zusammenarbeit mit Fachfirmen und Universitäten gestartete Pilotprojekt im Wesentlichen heraus. Jetzt soll es noch um einige Verbesserungen gehen. Unter anderem um die Reduzierung der Stickoxid - und Staubemissionen. Doch die notwendigen Versuche dazu sind gestoppt, weil die Genehmigungsauflagen zur Verwendung von Halmgut als Brennstoff zu hoch angesetzt sind. "Eine gesetzliche Zulassung durch eine Ausnahmeregelung für die Dauer von sieben Jahre würde uns schon ausreichen", konnte Martin Lohrmann am Montag auch die beiden Bundespolitiker von der Notwendigkeit einer problemspezifischen Übergangsregelung überzeugen. Ob der Appell, ein Energiepotential aus der Landwirtschaft mit mehr politischem Mut zu erschließen, auch im Bundestag und -rat erhört wird, kann sich schon in Kürze zeigen, wenn es dort um die Novellierung des Gesetzes für erneuerbare Energien geht. |
|||
| Hannelore Kaiser | |||
| Copyright by Zollernalbkurier 2004 / www.zak.de | |||