Weitere Informationen:

http://www.getreideheizung.de/

Christel Matthies, BUND-Landesvorstand
Tel.: 02104 / 53060
christel.matthies@bund.net
oder
Ralf Bilke
Tel.: 0211 / 302 005-20
ralf.bilke@bund.net

Förderprogramm:

Das Förderprogramm für energetische Nutzung von Biomasse läuft bis 2003. Anträge können bis zum 15.10.2002 gestellt werden beim:

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
Frankfurter Str. 29-35
65760 Eschborn
Postfach 5160

Bereich Erneuerbare Energien
Tel.: 06196 / 908-625
Fax: 06196 / 908-800

solar@bafa.de
http://www.bafa.de/ener/aufgaben/ern_ener.htm

Sendung vom 27. Juli 2001
Autorin des Filmbeitrags: Anita Bach

Getreideverbrennung

In den Interventionslagern der EU lagern 7 Mio Tonnen subventioniertes Getreide vom Vorjahr. Bei soviel Überschuß ist der Preis, den die Landwirte heuer für ihr Korn bekommen so niedrig wie noch nie. Die Körner zu verheizen bringt einen höheren Erlös, als sie zu verkaufen oder zu verfüttern. Getreide hat einen guten Brennwert.

Wer eine Getreideheizung betreibt, die weniger als 100 kW/h leistet, braucht dafür keine Genehmigung. Nur die in der Bundesimmissionschutz-Verordnung geforderten Emissionswerte für Kleinanlagen müssen eingehalten werden. Getreidekörner weisen vergleichbare Werte wie Stroh auf. Wegen der höheren Eiweißgehalte muss allerdings mit höheren Stickoxidemissionen gerechnet werden, die aber bei so kleinen Anlagen nicht kontrolliert werden.

Bleibt die Frage, ob es ethisch vertretbar ist, ein Grundnahrungsmittel zu verbrennen, während 800 Mio Menschen in der Welt hungern!

Befürworter der Getreideverbrennung sehen keinen Unterschied, ob nun auf brachliegenden Flächen als erneuerbare Energiequellen Raps oder Getreide angebaut werden - beides schont endliche Energieressourcen wie Erdöl. Und die Lieferung von überschüssigem Getreide in Hungergebiete der Welt lindert zwar kurzfristig den Hunger der Menschen, führt aber häufig zu einer empfindlichen Störung der dortigen Märkte und wirkt damit bei der Hilfe zur Selbsthilfe eher kontraproduktiv.

Entschiedener Gegner der Getreideverbrennung ist der Naturschutz. Nicht nur ethische auch ökologische Aspekte sprechen dagegen. Getreide wird in intensiver Landwirtschaft durch Einsatz von Stickstoffdünger, Pestiziden, Treibstoff energiereich und umweltschädlich produziert, um dann trotz des herrschenden Energieüberflusses zur Energiegewinnung verbrannt zu werden.

Auch in der Landtechnik Weihenstephan will man die Getreideheizung nicht unbedingt empfehlen. Bei Getreide wird nur in etwa die Hälfte des Ertrages, der von der Fläche stammt, genutzt, die übrige Hälfte ist Stroh. Vor allem aber könnten auf derselben Fläche auch andere Brennstoffe mit deutlich günstigeren Brennstoffeigenschaften und kostengünstigerem Anbau produziert werden.

Trotz dieser Einwände gibt es für die energetische Nutzung von Biomasse Fördergelder vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Wer einen Antrag für eine derartige Kleinfeuerung stellt, kann 4000 Mark für seine Heizung bekommen.