Letzte Woche fand in Straubing das 14. C.A.R.M.E.N.-Forum statt. Hier einige Notizen von der Veranstaltung.
Bayerischer Landwirtschaftsminister Miller:
Nahrung und Energie sind zwei Seiten der gleichen Medallie. Der Energiegehalt in Kalorien ist ein wichtiges Kriterium der Nahrung.
Der Mensch verbraucht pro Tag 0,3 Liter Öl-Equivalent als Nahrung aber 13 Liter Öl-Equivalent als technische Energie. Das ist die 44fache Menge. In den USA ist es die 90fache Menge.
In den USA werden 50 Millionen Tonnen Körnermais zu 18 Milliarden Litern Ethanol verarbeitet, das entspricht der deutschen Getreideernte.
"Überbetonung" der Bioenergie ist nicht sinnvoll. Die Lebensmittelindustrie bietet im Vergleich dazu mehr Arbeitsplätze und ein höheres "Wertschöpfungspotential". Man brauche ein "sorgfälltig ausbalanciertes Gesamtsystem". Von der TU-München wird erforscht, wie man das optimal "austarieren" kann!
Energieeinsparung vor Substitution (durch Biomasse)!
Substitution vor Konversion!
In Bayern gibt es 1350 Biogasanlagen mit zusammen 256 MW. Biogas im Erdgasnetz ermöglicht Mobilität vom Acker. 1 ha Biogas sind 100.000 km Autofahrt.
Anmerkung: Man beachte den Widerspruch! Die Konversion von Biomasse zu Biogas wird vom Minister gutgeheißen, weil die auf 20 Jahre(!) festgezurrten EEG-Strompreise das "sorgfälltig ausbalanciertes Gesamtsystem" der niedrigen Agrarpreise nicht gefährden.
DBV-Präsident Sonnleitner:
Vorrang für Bioenergie, wenn ihr nicht mehr für die Nahrung bezahlt!
Für den Bauern ist das kein "Spannungsfeld" sondern eine Chance.
Der Eckpreis für das Getreide ist in Zukunft das Barrel Öl!
Biogas ist bei der Einspeisung in das Erdgasnetz nahe an der Wettbewerbsfähigkeit.
Anmerkung: Getreide als Brennstoff ist nicht "nahe an" der Wettbewerbsfähigkeit, sondern seit Jahren hoch wettbewerbsfähig.
Dr. Vetter (TLL) :
Ich trau mich hier folgendes zu sagen:
"Weil keiner in der Politik den Mut hat zu sagen, wir wollen die Getreideverbrennung nicht, wird versucht, diese durch überzogene
Grenzwerte in der 1. BImSchV zu verhindern!"